Mantrailing

Seminar 2010 - Bloodhound bei der SucheDer Begriff Mantrailing ist in Deutschland zu einem Modebegriff geworden. Gelegentlich nicht richtig jedoch allzu oft falsch verwendet, bekam das Mantrailing sogar einen negativen Ruf. Die Arbeitsweisen der Fährtenarbeit und des Mantrailings werden noch immer zu oft vermischt und der Öffentlichkeit dann als Mischprodukt präsentiert und verkauft.

 

Mantrailing ist keine Magie oder ein Wunder, dass ein Hund vollbringen kann. Mantrailing ist auch nichts, dass man derzeit wissenschaftlich messen oder prüfen kann. Mantrailing ist eine Arbeitsweise, die auf Vertrauen und Ehrlichkeit aufbaut. Eigenschaften, die in der heutigen Zeit des Erfolgsdrucks und der Erwartungen an die Mantrailerteams leider immer wieder in den Hintergrund geraten.
Dennoch ist das Mantrailing keine Erfindung der heutigen Zeit, sondern eine Arbeitsmethode die schon viel älter ist aber immer wieder in Vergessenheit geriet. Ein Grund dafür wird sicherlich die Kontrollsucht des Menschen sein, denn nur was wir kontrollieren und nachvollziehen können, dem können wir vertrauen.

 

Wir möchten hier eine kurze Definition dieser Arbeitsweise mit dem Hund publizieren, in der Hoffnung, dass dieser Begriff des Mantrailing in Zukunft richtig definiert und verwendet wird.

 

Jerry bei den Erläuterungen für seine StudentenMantrailing ist die Ausbildung von Hund und Hundeführer. Der Hund lernt im Mantrailing den reinen Individualgeruch einer bestimmten Person zusuchen. Der Hundeführer hat die Aufgabe, die Signale (Körpersprache, Lautäußerungen etc.) die der Hund während seiner Suche zeigt - oft sind dies feinste Veränderungen allein in der Körperhaltung, Bewegung des Kopfes usw. - zu erkennen, zu deuten und entsprechend zu reagieren. Die Reaktion ist immer davon abhängig, wie der Hund reagiert, entweder lassen wir den Hund weiterarbeiten oder wir korrigieren ihn (verbal/nonverbal).

 

Wie alt eine Spur sein kann, damit der Hund noch in der Lage ist dieser zufolgen, hier gehen die Meinungen von Hundeführern, Experten und Wissenschaftlern auseinander. Fest steht jedoch eins, dass der Hund kaum erforscht ist, hinsichtlich dessen was er geruchlich wahrnimmt und dem was er wahrnehmen kann. Aus Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass der klassische Fährtenhund darauf ausgebildet wird, die Bodenverletzung zu suchen. Damit hat er Nachteile die Fährte in Wohngebieten oder auf Beton, Asphalt etc. auszuarbeiten. Kleinste Veränderungen in dieser Ausbildung können jedoch zu einem besseren Ergebnis in der Arbeitsleistung führen.
Erika mit Can auf dem TrailDer Grund für diesen eventuellen Nachteil liegt in der Umgebung und der Art der Fährtenausbildung. Er kann jedoch auch mit den ausgewählten Rassen zu tun haben. Der Spezialist im Mantrailing ist der Bloodhound, auch wenn sich Jagdhunde (insbesondere Schweisshunde) in diesem Bereich in der Eignung gegenüber den Gebrauchshunderassen hervorheben. Der Grund warum sich die Rasse des Bloodhounds mehr eignet wird mit der Größe des Riechfeldes, der Anzahl an Riechrezeptoren und vielem mehr begründet, doch niemand wird ihnen wirklich eine Antwort darauf geben können. Fest steht allerdings das ausgewählte Hunde dieser Rasse mit der richtigen Ausbildung, dem richtigen Hundeführer, Dinge in der Lage sind zu leisten, die weit über den Leistungen der Fährtenhunde liegen.