Ausrüstung
Jeder Mantrailer bedarf einer bestimmten Grundausstattung, die je nach Einsatzgebiet der Teams individuell erweitert werden kann. Die einzelnen Bestandteile werden je nach Vorliebe der einzelnen Teams variieren, sie werden aber auch von den regionalen Gegebenheiten und Einsatzgebieten abhängig sein. So dass auch die Grundausstattung hier nur umrissen werden kann.
Geschirr
Das Geschirr sollte am besten über eine der Hundegröße entsprechend weitflächige Brustplatte verfügen, ohne beim Senken des Kopfes auf den Hals zu drücken. Das Geschirr sollte daher verstellbar und für den Hund anpassbar sein. Ob ein Geschirr mit Brustplatte oder breitem Brustriemen gewählt wird, ist von der Vorliebe des Hundeführers abhängig. WICHTIG ist einzig und allein, dass das Geschirr nachdem Anlegen richtig sitzt und den Hund in seiner Arbeit nicht behindert.
Ledergeschirr m. Brustblatt Nylongeschirr m. Bruststrang Welpengeschirr

Leine
Die Länge der Leine sollte abhängig vom Suchgebiet, Trainingsziel, Hund und Hundeführer sein. Viele Hundeführer, die mit dem Mantrailing beginnen, neigen dazu eine Leine von 7m und länger zu nutzen und sind dann oftmals mit dem Handling dieser Leine überfordert. Anfänglich reichen jedoch Leinenlängen von max. 5m. Die Art der Leine ob Nylon, Leder oder Biothan ist von der Vorliebe des Hundeführers abhängig, ebenso wie die Breite.

Die Leine ist eines der wichtigsten Kommunikationsmittel mit dem Hund und sollte daher vor jedem Training und Einsatz auf den Zustand geprüft werden. Keine Situation ist kritischer als das Reißen der Leine, da viele Hunde in ihrem Suchtrieb ihren Gehorsam vergessen und sich allein auf das Ziel des Findens konzentrieren.
Die Leine ist aber noch weit mehr, ebenso wie wir mit dem Hund kommunizieren, kommuniziert er mit uns darüber und führt uns zum Ziel. Viele Ausbilder vergleichen die Leine mit einer Telefonleitung, ist sie straff gespannt ist eine klare Kommunikation möglich. Sollte die Leine jedoch durchhängen, ist die Kommunikation gestört bzw. nicht mehr möglich.
Weiteres Zubehör
Neben dem Geschirr und der Leine sollte man auch einen Wassernapf und Wasser für den Hund mitführen. Je nach Witterungsbedingungen, Umgebung und Länge des Trails sollte beides grundsätzlich mitgeführt werden. So kann man in jeder Situation dem Hund in den Pausen Wasser anbieten

und so bei höheren Temperaturen auch einer Dehydrierung des Hundes vorbeugen. Wassernäpfe gibt es in den verschiedensten Ausführungen, für unterwegs eignen sich insbesondere faltbare Näpfe. Diese sind leicht und platzsparend im Rucksack unterzubringen.
War das bisherige Equipment vorrangig auf den Hund ausgerichtet, benötigt man aber auch Ausrüstungsgegenstände für den Hundeführer und die Trainingsaufbereitung. Dieses werden wir in den folgenden Punkten vorstellen.
Zunächst die Ausrüstung für das Training:
Markierungen können unterschiedlicher Art sein, je nach Trainingsgebiet und Trainingsziel sind diese entsprechend einzusetzen. Markierungen können sein: Klammern mit oder ohne farbige Bänder, Papiertücher, Fähnchen (Plaste, Papier etc.) Kreidespray oder normale Kreidestäbchen, Knicklichter, etc. Die Markierungen sollte im Training regelmäßig gewechselt werden, damit die Hunde nicht auf bestimmte Hilfsmittel konditioniert werden können.
Zu jedem Training und Einsatz gehören Funkgerät und Kopflampe. Im Training sollte sowohl der Hundeführer als auch der Trailleger immer ein Funkgerät dabei haben, um so auf schnellst möglichem Wege kommunizieren zukönnen. Nicht immer kann ein Trail so gelegt werden, wie man es geplant hat und dann ist es um so wichtiger, das neben den Markierungen der
Hundeführer auf Abweichungen oder mögliche Hindernisse hingewiesen werden kann. Doch auch der Hundeführer kann sich beim Trailleger rückversichern, das wenn Markierungen fehlen oder verschwunden sind, ob der Trail so verläuft wie der Hund arbeitet oder ob ein markanter Punkt vorliegt.
Die Kopflampe ist bei Dunkelheit notwendig, um die Verhaltensweisen des Hundes zu beobachten bzw. je nach Gebiet Verletzungsrisiken zu minimieren. Auch bei Stadttrails sollte diese zur Standardausrüstung eines Hundeführers gehören, da nicht immer eine Beleuchtung des Gebiets vorhanden sein wird.
Zusätzlich zu dieser Ausrüstung kann der Hundeführer für seine Prokollierung der Trails ein GPS Gerät mitführen. Manche Hundeführer nutzen auch so genannte GPS-Mäuse, die so klein sind, dass man sie direkt am Geschirr des Hundes befestigen kann. So wird der direkte Weg des Hundes aufgezeichnet und kann später mit dem Weg des Traillegers verglichen werden bzw. im besten Fall dem Weg der vermissten Person. Dieses gibt Aufschluss über die Arbeitsweise des Hundes und verbessert das Verständnis und das Lesen des Hundes.
Welches Gerät oder welcher Hersteller, ob mit grafischer Wiedergabe direkt am Gerät oder ohne, eingesetzt wird, ist von jedem Hundeführer abhängig. Wichtig ist, dass das Gerät möglichst genau arbeitet um so eine gute Wiedergabe des Weges zu erreichen, welche der Hund/Hundeführer zurückgelegt hat.
Für den Einsatz eigentlich unentbehrlich ist das Geruchsspurensicherungset. Die Zusammensetzung des Sets ist meist unterschiedlich, zur Grundausrüstung sollte jedoch i
n jedem Fall Zange, sterile Mullkompresse und Alufolie gehören.
Der Geruchsträger im Training und insbesondere im Einsatz sollte immer vom Hundeführer gesichert werden. So könnt ihr euch den bestmöglichen Geruchsartikel aussuchen und sicherstellen, dass dieser noch von keinem anderen angefasst wurde. Dies wird auch die Arbeit für den Hund erleichtern, im Training kann der Einsatz von kontaminierten Geruchsartikeln trainiert werden, allerdings sollte man im Einsatz ganz großen Wert darauf legen, dass der Geruchsartikel nicht kontaminiert wurde.
Zusätzlich gibt es auch so genannte Geruchsstaubsauger, welche mit einer sterilen Mullkompresse bestückt werden, direkt über den Geruchsträger platziert werden und der Geruch durch das Ansaugen auf die Mullkompresse übertragen wird.
