GBMA Seminar 2010
Der Wetter-Gott war uns anfangs nicht gnädig. So viel Regen hatten wir noch nie. Nicht nur war die Region durch Überschwemmungen gebeutelt, nein es regnete schon am
Anreisetag Bindfäden. Doch wer den Regen verfluchte, sollte es bereits am 2. bereuen, denn nach dem Regen kamen die Mücken und so manches Opfer wurde dann schon arg gebeutelt. Und auch das eine oder andere "Missgeschick" wurde dann doch eher von der scherzhaften Seite gesehen und mit vereinten Kräften gelöst und am Abend herzhaft belacht. Trotz Wetter, Mücken und eventuell dem einen oder anderen nassen Schuh liessen wir uns den Spass an diesem Seminar nicht nehmen.
Der Wetterbericht war sich auch nicht einig. Fast stündlich änderten sich die Vorhersagen. Die 28 Teilnehmer wurden in diesem Jahr auf 7 Gruppen aufgeteilt. Das versprach individuelles Training für jeden.
Am Sonntagmorgen jedoch war es grau und sehr, sehr nass von oben und unten. Als Mantrailing-Team muss man flexibel sein, kurzerhand wurde die abendliche Theorie auf den Vormittag verlegt. Luis Ledbetter, ein LEBA Trainer aus Florida strapazierte durch seine humorvolle Art unsere Lachmuskulatur und natürlich auch die „Denk-Muskeln“ im Hirnkästel. Sehr anschaulich erklärte er noch einmal den Aufbau und die Grundlagen des Mantrailings, wie es in den Staaten praktiziert wird und wie man es in Deutschland umsetzen könnte. Die Seminarteilnehmer waren sehr aufmerksam und zufrieden, auch wenn sie keiner praktischen Arbeit mit ihren Hunden nachgehen konnten.
Nach dem Mittagessen hielt es niemanden mehr trotz anhaltenden Regen im Haus und die Gruppen zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Den Hunden macht der Regen ja sowieso nichts aus und am ersten Tag wurde in der Regel erst einmal der Leistungsstand aller angereisten Teams gesichtet.
Die kleinen Gruppen machten es möglich, dass die Teilnehmer schon am ersten Abend froh waren wieder in die Unterkunft zu „dürfen“. Bei Bier, Wein und Cola entspannten sich dann interessante Gespräche.
Besonders die Einsatz-Erfahrungen bei der Polizeiarbeit unserer US-Trainer faszinierte die Zuhörer. Der Jetlag war Luis, John Salem, Milica und Jerry Nichols nicht anzumerken. So war die erste Nacht die erste kurze in der Reihe der folgenden kurzen Nächte. Wobei der Austausch der Teilnehmer unter einander noch länger durchhielt als so mancher amerikanischer Trainer und die Hartnäckigsten auch erst in den frühen Morgenstunden in ihre Unterkunft fanden. Dieser Austausch zwischen den Teilnehmern setzte sich dann sowohl in den Gruppen als auch in den Abendgesprächen und noch beim Abschied fort. Anscheinend waren die Themen, Meinungen und Erfahrungen einfach schier unerschöpflich.
Luis und ich haben dann in den nächsten Tagen die Gruppe in „Grund und Boden“ gelaufen. Nicht nur unsere Gruppe war eine sehr harmonische, die Stimmung der gesamten Truppe war toll.
Es wurde diskutiert, gestritten und Probleme gewälzt und doch blieb die Stimmung immer super. Hundeführern und Hunden wurden Aufgaben gestellt die sie immer wieder toll lösten und man sah wie viel Arbeit im Laufe der letzten 12 Monate ins trailen gesteckt worden war. Es ist toll zu sehen wie Jahr für Jahr die Teams sich weiter entwickeln.
Den krönenden Abschluss für unsere Gruppe machte dann ein 8 km Drop-Trail den Luis und ich am frühen Morgen durch Havelberg gelegt hatten. Alle zeigten eine tolle Leistung und Luis wurde nach 2 ½ Stunden, in der inzwischen durchgebrochenen Sonne sitzend, „aufgespürt“.
In den anderen Gruppen wurde das Training immer an den Leistungsstand der jeweiligen Teams angepasst, wobei aber auch die Leistungen der Jüngsten beeindruckend war.
Es zeigte sich im Laufe des Seminars, dass viele Hundeführer an ihrem ersten Hund bereits eine Menge gelernt hatten und dieses Wissen jetzt auch in die Nachfolger investieren konnten. Alle Trainer versuchten die Wünsche und Fragen ihrer Gruppen umzusetzen und bisher aufgetretene Probleme nachzustellen und zu analysieren. Es wurden jede Menge Anregungen für das zukünftige Training und mögliche Trainingspartner mitgegeben, es wurde aber auch immer wieder auf den Punkt "Geduld", "Beständigkeit im Training" und "Wiederholungen" hingewiesen. Viele Hundeführer neigten doch zu schnell voranzugehen und so mögliche Probleme beim Hund und seiner Arbeit hervorzurufen. Anregungen und Hilfestellungen wurden bereits im Seminar versucht umzusetzen und wir gehen davon aus, dass sich diese harte Arbeit (insbesondere an der Geduld des Hundeführers) im nächsten Seminar zeigen wird.
Der Wunsch wurde laut, John Salem und Max - Max lebt und arbeitet ja inzwischen bei mir, war aber bis April 2010 der Diensthund von John in Detroit - arbeiten zu sehen. Flugs wurde ein Läufer auf den Weg geschickt – nur ein kurzer Trail sollte es werden. Es waren dann auch nur kurze 3 km. Die Teilnehmer und Max hatten viel Spaß bei der Arbeit. John natürlich auch. Nur taten ihm hinterher die Beine weh. Was ich bei Max sehr gut nachvollziehen kann.
Wie jedes Jahr haben Annette und Daniel wieder hervorragend für unser leibliches Wohl gesorgt. Die beiden sind wirklich unbezahlbar. Und natürlich dürfen wir Susi, das fleißige „Bienchen“ hinter den Kulissen, und all die anderen Organisatoren des Seminars nicht vergessen. Der reibungslose Ablauf bedarf immer einer Generalstabsmäßigen Planung, viel Geduld und harter Arbeit.
Christine Schüler und Susanne Conrad, Oktober 2010
